NaReLe

Das Projekt

Die Deutsche Ernährungswirtschaft, die zum viertgrößten Wirtschaftszweig Deutschlands gehört, ist von einer hohen Alltagsrelevanz geprägt. Dies stellt die Branche vor die besondere Herausforderung, sich unmittelbar an den Bedürfnissen der Konsumentinnen und Konsumenten zu orientieren. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Debatten um die ökologischen und sozialen Grenzen unseres Wirtschaftens, sieht sich gerade die Ernährungswirtschaft zunehmend mit der Anforderung konfrontiert, nachhaltig(er) zu wirtschaften. Gedanken der nachhaltigen Entwicklung finden jedoch bislang im Ausbildungsalltag der Branche kaum Beachtung. Dabei gibt es eine Vielzahl von Ansatzpunkten, nachhaltiges Denken und Handeln so in den Ausbildungsalltag zu verankern, dass es als selbstverständliches Element gewertet und wahrgenommen wird. 

Unser Anliegen

Genau hier setzt das Projekt „NaReLe“ der Leuphana Universität Lüneburg und Sustainable Food Academy Berlin an: Im Rahmen einer Innovationspartnerschaft zwischen Wirtschaftspädagogen, Nachhaltigkeitsexperten, Unternehmen der Lebensmittelindustrie sowie Vertretern der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite werden nachhaltigkeitsbezogene Kompetenzen der Auszubildenden zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik gestärkt. In diesem Verbund wurde ein offenes Lernaufgabenkonzept für den Einsatz in der betrieblichen Ausbildung entwickelt, welches die gesamte Wertschöpfungskette der Lebensmittelindustrie berücksichtigt. Für diesen innovativen Ansatz und die bereits erreichten Ergebnisse wurde „NaReLe“ mit dem bundesweit anerkannten Preis „Projekt Nachhaltigkeit 2020“ ausgezeichnet.

Nachhaltig ausgerichtete Lernaufgaben für die betriebliche Praxis

Wollen Unternehmen ihre Produktionsabläufe nachhaltig(er) ausrichten, sind sie zwangsläufig auf das Know-how ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen. Ausbilderinnen und Ausbilder nehmen hier eine Schlüsselposition ein. Sie kennen die betrieblichen Strukturen und die Herausforderungen, die sich in ihrem Berufsfeld und konkret an ihrem Arbeitsplatz stellen. Darüber hinaus betreuen sie die Auszubildenden, geben ihr Wissen weiter und sind dementsprechend für die Qualifizierung der Fachkräfte von morgen verantwortlich. Um Lernaufgaben zu entwickeln, die in der betrieblichen Praxis einfach einsetzbar sind, wird bei „NaReLe“ maßgeblich auf dieses Expertenwissen zurückgegriffen.

Unser Vorgehen

NaReLe setzt sich aus folgenden Phasen zusammen, die ineinandergreifen: 

  • Expertisen werden erstellt: Im Rahmen von Branchen-, Arbeitsprozess- und Arbeitsplatzanalysen wird der Grundstein für eine adressatengerechte Konzeption der nachhaltig ausgerichteten Lernaufgaben gelegt. 
  • Lernaufgaben werden konzipiert: Auf Grundlage vorliegender Erkenntnisse zum nachhaltigen Handeln in der Lebensmittelbranche sowie in Anlehnung an die Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik werden betriebliche Basislernaufgaben konzipiert, die betriebsspezifisch vertikal vertieft oder horizontal erweitert werden. 
  • Lernaufgaben werden erprobt und ausgewertet: Die nachhaltig ausgerichteten Lernaufgaben werden in der betrieblichen Ausbildung der Praxispartnerbetriebe erprobt sowie gemeinsam mit den Ausbildenden und Auszubildenden überarbeitet. 
  • Workshops werden durchgeführt: Um die Fortbildung und die Vernetzung des Berufsbildungspersonals der Praxispartner zu unterstützen, werden überregionale Workshops angeboten.  
 
Unsere erwarteten Ergebnisse

Die erfolgreich erprobten Lernaufgaben werden in einem Handbuch zusammengetragen. Dieses liefert den Betrieben Hinweise und Impulse zur Förderung nachhaltig ausgerichteter beruflicher Kompetenzen in ihrer betrieblichen Ausbildung. Angestrebt wird, dass die im Projekt gewonnenen Erfahrungen bei der Überarbeitung der einschlägigen Ausbildungsordnungen einfließen, um vom Projekt in die (ordnungspolitische) Struktur zu gelangen.