NaReLe

Das Projekt

Die Deutsche Ernährungswirtschaft, die zum viertgrößten Wirtschaftszweig Deutschlands gehört, ist von einer hohen Alltagsrelevanz geprägt. Dies stellt die Branche vor die besondere Herausforderung, sich unmittelbar an den Bedürfnissen der Konsumentinnen und Konsumenten zu orientieren. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Debatten um die ökologischen und sozialen Grenzen unseres Wirtschaftens, sieht sich gerade die Ernährungswirtschaft zunehmend mit der Anforderung konfrontiert, nachhaltig(er) zu wirtschaften. Gedanken der nachhaltigen Entwicklung finden jedoch bislang im Ausbildungsalltag der Branche kaum Beachtung. Dabei gibt es eine Vielzahl von Ansatzpunkten, nachhaltiges Denken und Handeln so in den Ausbildungsalltag zu verankern, dass es als selbstverständliches Element gewertet und wahrgenommen wird. 

Unser Anliegen

In Anbetracht dieser Tatsache verfolgt das Projekt „Nachhaltige Resonanzräume in der Lebensmittelindustrie“ (kurz NaReLe) das Ziel, Lernaufgaben für den Einsatz in einer nachhaltig ausgerichteten Berufsausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik zu entwickeln, erproben, implementieren und verbreiten. In diesem Prozess erlangen sowohl das betriebliche Berufsbildungspersonal als auch die Auszubildenden Kompetenzen für ein nachhaltig ausgerichtetes berufliches Handeln. 

Konkret gilt es demnach, den AusbilderInnen und Auszubildenden zu ermöglichen, mehrperspektivische Anforderungen der betrieblichen Umwelt sinnvoll in ihre Entscheidungsprozesse zu integrieren, damit sie zukunftsorientierte berufliche Problemstellungen kompetent bewältigen können. Im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung verlangt dies von den Lernenden, mit Widersprüchen umgehen zu können, die im beruflichen Handeln zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Anforderungen entstehen.

Unser Vorgehen

NaReLe setzt sich aus folgenden Phasen zusammen, die ineinandergreifen: 

  • Expertisen werden erstellt: Im Rahmen von Branchen-, Arbeitsprozess- und Arbeitsplatzanalysen wird der Grundstein für eine adressatengerechte Konzeption der nachhaltig ausgerichteten Lernaufgaben gelegt. 
  • Lernaufgaben werden konzipiert: Auf Grundlage vorliegender Erkenntnisse zum nachhaltigen Handeln in der Lebensmittelbranche sowie in Anlehnung an die Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik werden betriebliche Basislernaufgaben konzipiert, die betriebsspezifisch vertikal vertieft oder horizontal erweitert werden. 
  • Lernaufgaben werden erprobt und ausgewertet: Die nachhaltig ausgerichteten Lernaufgaben werden in der betrieblichen Ausbildung der Praxispartnerbetriebe erprobt sowie gemeinsam mit den Ausbildenden und Auszubildenden überarbeitet. 
  • Workshops werden durchgeführt: Um die Fortbildung und die Vernetzung des Berufsbildungspersonals der Praxispartner zu unterstützen, werden überregionale Workshops angeboten.  
 
Unsere erwarteten Ergebnisse

Die erfolgreich erprobten Lernaufgaben werden in einem Handbuch zusammengetragen. Dieses liefert den Betrieben Hinweise und Impulse zur Förderung nachhaltig ausgerichteter beruflicher Kompetenzen in ihrer betrieblichen Ausbildung. Angestrebt wird, dass die im Projekt gewonnenen Erfahrungen bei der Überarbeitung der einschlägigen Ausbildungsordnungen einfließen, um vom Projekt in die (ordnungspolitische) Struktur zu gelangen.