NaReLe

Ziele

Nachhaltigkeit in der Berufsbildung

Das Verbundprojekt „NaReLe“ ist eingebunden in den Förderschwerpunkt „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung 2015-2019“, der durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und auf Weisung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des UNESCO-Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ gefördert wird.

Das übergeordnete Ziel der Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung ist es, Kompetenzen zu fördern, mit denen die Arbeits- und Lebenswelt im Sinne der Nachhaltigkeit zukunftsfähig gestaltet werden können. Dabei steht die Weiterentwicklung und Verankerung von nachhaltigkeitsorientierten Gestaltungs- und Handlungskompetenzen in den Ausbildungsberufen des Lebensmittelhandwerks und der Lebensmittelindustrie im besonderen Fokus dieses Förderschwerpunkts.

Förderung von Nachhaltigkeitskompetenz für Auszubildende im Lebensmittelhandwerk und der Lebensmittelindustrie
 

Vor diesem Hintergrund werden insgesamt 6 Modellversuche in der beruflichen Ausbildung zum/zur Bäcker/-in, Konditor/-in, Fleischer/-in, Fachkräfte für Lebensmitteltechnik, Brauer/-innen, Mälzer/-innen oder Milchtechnologinnen und -technologen gefördert. Die Verbundprojekte zeichnen sich dadurch aus, dass Partner aus verschiedenen Bildungsbereichen und Ebenen der Berufsbildung, wie Berufsschulen, Bildungsträger und Universitäten, sowie aus Unternehmen bei der Projektumsetzung zusammenarbeiten.

NaReLe verfolgt in diesem Zusammenhang das Ziel, Lernaufgaben für den Einsatz in einer nachhaltig ausgerichteten Berufsausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik zu entwickeln, zu erproben, zu implementieren und zu verbreiten. In diesem Prozess erlangen sowohl die AusbilderInnen als auch die Auszubildenden umfassende Kompetenzen, die ihnen ein nachhaltig ausgerichtetes berufliches Handeln ermöglichen. Im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung verlangt dies von den Lernenden, mit Widersprüchen umgehen zu können, die im beruflichen Handeln zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Anforderungen entstehen.

Strukturelle Verankerung einer Berufsbildung für Nachhaltige Entwicklung

Der Modellversuchsförderschwerpunkt verpflichtet sich der Umsetzung des Leitgedankens des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), indem es der strukturellen Verankerung der zu entwickelnden Konzepte im Berufsbildungssystem eine besondere Bedeutung beimisst. Das fünfjährige Programm (2015-2019) zielt darauf ab, langfristig eine systemische Veränderung des Bildungssystems zu bewirken und Bildung für nachhaltige Entwicklung vom Projekt in die Struktur zu bringen.

In diesem Rahmen leistet NaReLe auch einen wichtigen Beitrag zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, die von den Vereinten Nationen durch die Agenda 2030 verabschiedet wurden. Das Ziel Nummer 4 „Hochwertige Bildung“ steht hierbei im Zentrum unseres Wirkens. Dementsprechend soll allen Lernenden ermöglicht werden, die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung zu erwerben.

Kurz & Knapp: Bei NaReLe geht es also um folgende Ziele
  • Den Kompetenzaufbau bei Auszubildenden und Multiplikatoren im Sinne der nachhaltigen Entwicklung;
  • Eine ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen;
  • Die Stärkung und Mobilisierung der Jugend;
  • Die Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene.

Was ist Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE? 

Bildung für nachhaltige Entwicklung bezeichnet ein ganzheitliches Konzept, das den globalen – ökologischen, ökonomischen und sozialen – Herausforderungen unserer vernetzten Welt begegnet. Als Bildungsoffensive zielt es darauf ab, das Denken und Handeln jedes Einzelnen zu verändern und damit die gesamte Gesellschaft zu transformieren. BNE befähigt zu informierten und verantwortungsvollen Entscheidungen im Sinne ökologischer Integrität, ökonomischer Lebensfähigkeit und einer chancengerechten Gesellschaft. Bildung stellt den Schlüsselfaktor für nachhaltige Entwicklung dar.

„Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) befähigt Lernende, informierte Entscheidungen zu treffen und verantwortungsbewusst zum Schutz der Umwelt, für eine bestandsfähige Wirtschaft und eine gerechte Gesellschaft für aktuelle und zukünftige Generationen zu handeln und dabei die kulturelle Vielfalt zu respektieren. Es geht um einen lebenslangen Lernprozess, der wesent- licher Bestandteil einer hochwertigen Bildung ist. BNE ist eine ganzheitliche und transformative Bildung, die die Lern- inhalte und -ergebnisse, Pädagogik und Lernumgebung berücksichtigt. Ihr Ziel/Zweck ist eine Transformation der Ge- sellschaft“ (vgl. UNESCO Roadmap Umsetzung des Weltaktionsprogramms BNE, S. 12) 

Im Rahmen des Weltaktionsprogramms sollen weltweit vor allem die folgenden vier Handlungsfelder fokussiert werden:

  1. Politische Unterstützung: Integration des BNE-Konzepts in die Politik in den Bereichen Bildung und nachhaltige Entwick-lung, um ein günstiges Umfeld für BNE zu schaffen und eine systemische Veränderung zu bewirken.
  2. Ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen: Integration von Nachhaltigkeitsprinzipien in Bildungs- und Ausbildungskontexte.  Kompetenzentwicklung bei Lehrenden und Multiplikatoren: Stärkung der Kompetenzen von Erziehern und Multiplikatoren für effektivere Ergebnisse im Bereich BNE.
  3. Stärkung und Mobilisierung der Jugend: Einführung weiterer BNE-Maßnahmen für Jugendliche.
  4. Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene: Ausweitung der BNE-Programme und -Netzwerke auf der Ebene von Städten, Gemeinden und Regionen. 
 
Weiterführende Informationen:

BIBB: Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung 2015-2019
www.bibb.de

Bildung für nachhaltige Entwicklung
www.bne-portal.de

17 Nachhaltigkeitsziele
www.17ziele.de
 

Kontakt

LEUPHANA UNIVERSITÄT LÜNEBURG
Arbeitseinheit Berufs- und Wirtschaftspädagogik
Universitätsallee 1, C6.008, 21335 Lüneburg
Harald Hantke; Jan Pranger

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